Kreuzfahrt 2018 Metropolen ab Hamburg

Kreuzfahrt auf der AIDAperla – da war noch alles gut

In 2018 wollten wir zum 1. Mal eine Kreuzfahrt machen, der angebliche Trend- Urlaub. Wir entschieden uns für die 1wöchige Reise “Metropolen ab Hamburg”, ein Angebot der Firma AIDA Cruises. Unsere geplanten Ziele waren Southampton (mit Ausflugsangeboten nach London) , Le Havre (mit Ausflugsangeboten nach Paris) und Rotterdam (mit Ausflugsangeboten nach Amsterdam). Start- und Ziel- Hafen war Hamburg.

Unsere Anreise

Diesmal wählten wir die flexibelste Anreiseform, die mit dem eigenen Auto. Was uns bereits bei der Buchung positiv auffiel, bei einem Kreuzfahrtschiff scheint das Thema Standzeit nicht so eine große Rolle zu spielen wie bei einem Flieger. Die AIDAperla war laut unserer Info schon seit 8:00 Uhr im Hafen. Und die geplante Abreise war abends 18:30 Uhr. Also alles scheinbar völlig stressfrei. Leichten Stress hat uns lediglich der dichte Autobahnverkehr rund um Hamburg bereitet und die Suche nach unserem separat … weil günstiger … gebuchten Parkplatz bei PARKEN&MEER. Der Parkplatz war dann lediglich etwas versteckt in einer Art Industriepark. Der Shuttle- Service zum Schiff funktionierte dann ohne Probleme.

Unser erster Eindruck von der AIDAperla

Theatrium der AIDAperla

Theatrium der AIDAperla

Wie wahrscheinlich viele andere, hatten wir uns vorgenommen, das “berüchtigte” Foto MINI … man selbst… vor MONSTRUM … dem Schiff zu machen. Es blieb beim Plan, da man keine Chance hat, an das Schiff ran zu kommen. Die AIDAperla wird natürlich dem Ruf heutiger Kreuzfahrtschiffe gerecht … Fassungsvermögen an Passagieren in Dimensionen wie manche Kleinstadt Einwohner hat. Und das auf Größendimensionen, daß man richtig viel Zeit einplanen muß, wenn man vom Bug zum Heck laufen will. Es gibt allerdings auch 3 Mythen, die wir spätestens seit dem 1. Tag auf See schlichtweg als Lüge bezeichnen müssen:

Mythos 1: Ein Kreuzfahrtschiff schwankt nicht.

Unsere Meinung: Trifft höchstens bis Windstärke 5 zu. Sobald diese höher liegt, könnte es sein, daß Sie durch die Gänge schwanken.

Mythos 2: Die vielen Passagiere verteilen sich gut auf dem Riesenschiff

Unsere Meinung: FALSCH. Passagiere sind da, wo die besten Angebote auf dem Schiff sind. Angefangen beim guten Frühstücksrestaurant. Mit einem entsprechenden Stress bei der Platzsuche sollte man rechnen.

Mythos 3: Kreuzfahrten werden immer billiger.

Unsere Meinung: Begrenzt richtig. Für eine vernünftige Kabine sollte man 1200 – 1300 Euro für 1 Woche einplanen, was immer noch relativ kostenintensiv ist. Man kann … wie wir … aufs Geld achten und kommt so unter 1000 Euro. Dann muß man aber mit Kabinen rechnen, wo 60cm neben dem Bett der Raum zu Ende ist. Nix für Klaustrophobiker. Weiterhin kann es sein, daß ALL INCLUSIVE auf einem Schiff nicht das gleiche ist wie an Land. Hier sollte man genau auf das Kleingedruckte achten. Da ist immer möglich, daß das Angebot nur in bestimmten Restaurants und vielleicht noch zu bestimmten Zeiten gilt. Die Restaurants haben dann natürlich nicht durchweg offen.

Was wir ebenfalls bereits in den ersten Tagen gemerkt haben, die AIDAperla hat unheimlich viele Attraktionen zu bieten. Aber die waren für uns nicht wirklich so attraktiv, dass sie uns 1 Woche beschäftigt hätten. Nach der 1. Tour durchs Schiff am 1. Tag hatten wir nahezu alle Attraktionen gesehen. Und wir wußten da bereits “OK, sah gut aus und fertig”. Was ich damit sagen möchte, wir empfehlen bereits bei der Planung zu entscheiden, ob z.B. ein Casino oder ein Klettergarten einen zum Wiederkommen bewegen würde. Falls nicht, könnte man die Dauer seiner Reise auf 7 oder weniger Tage beschränken. Das Angebot an Kreuzfahrten ist ja vielfältig. Bei Kreuzfahrten über 10 Tage oder länger mit mehreren Tagen auf See könnte einfach Langeweile aufkommen. Eventuell für den einen oder anderen ein Weg, Kosten zu sparen …

Damit´s nicht zu langweilig wird …

… gab es ein sicher ungeplantes “Zusatzangebot” (Sarkasmus Ende). Auf der AIDAperla gab es “einige Fälle” eines Magen – Darm – Virusses. Was “einige” bedeutet, können wir uns nur anhand von Details ausmalen. Genaue Zahlen gab es natürlich nicht. Jedenfalls haben die Fälle für einen Kabinenbrief (eine Art Schiffs-Newsletter) ausgereicht. Und die Hafenbehörde Rotterdam hat Passagiere des Schiffs nur nach zusätzlichen Erklärungen der Crew über Hygienemaßnahmen von Bord gelassen. Und man lernte, wie man sich die Hände wäscht und desinfiziert. Denn nahezu auf jedem Monitor … nicht gerade wenig auf einem 300 m langen und 18 Decks hohen Schiff … wurde gezeigt, wie es geht. Und vor jedem Restaurant stand ein Mitarbeiter, der einem die Hände desinfiziert hat. Da meine Frau eine der Betroffenen war, konnte ich einen Teil des Krisenmanagements mit erleben. Heute wissen wir, daß die Küche bzgl. Essensversorgung von Begleitpersonen Betroffener nicht ausreichend mit dem Bordhospital redet. Den Besuch beim Bordarzt zahlt man trotzdem. Und die Kosten sind nicht gerade gering (über 140 Euro für 2 kurze Besuche und Medikamente). Und das verordnete Schonkost – Essen … wie soll ich sagen … da würde ich mich als Virus auch wieder verziehen. Zusammengefasst, eine mehr als negative Vorstellung der AIDAperla- Crew.

Schonkost auf der AIDAperla

Schonkost auf der AIDAperla

Die Zusatzangebote während unserer Kreuzfahrt

An sich ist das der Punkt, wo es die wenigsten Kritiken gibt. In jedem Hafen hatte man ein ganzes Programm an Ausflügen zur Verfügung, was man vorab über das MyAIDA- Portal buchen konnte. Was man allerdings wissen muss. Mancher Hafen auf der Tour ist von der Hauptstadt gut und gern 2-3 Stunden entfernt. Wenn man also eine kostenintensive 10 Stunden Sightseeing Tour bucht, verliert man durch An- und Abfahrt oft schon mehr als die Hälfte der Zeit. Wir hatten z.B. eine Tour nach London gebucht, wo wir aufgrund der noch übrigen geringen Zeit viele Sehenswürdigkeiten nur anfahren konnten. Da gabs den Buckingham Palace z.B. nur im Vorbeifahren. Ein Fotostopp ist da nicht eingeplant. Ebenfalls besonders für Foto- Freaks keine wirklich gute Vorstellung der AIDA- Planer. Aber sicher auch schwer zu planen, weil man mit der AIDAperla nicht näher an London ran kommt. Die passt ja in kein Parkhaus 😉

London Eye

London Eye

Leider verhüllt - House of Parlament und Big Ben

Leider verhüllt – House of Parlament und Big Ben

Leider nur während der Fahrt erwischt - The Tower Bridge

Leider nur während der Fahrt erwischt – The Tower Bridge

 

 

 

Und zum Abschluss noch ein “Stürmchen”

Zu guter letzt durften wir auch noch einen kleinen Orkan auf hoher See mit erleben. Für die letzte Etappe war Windstärke 9 mit 4 m Wellen angekündigt. Die Schiffsbewegungen in Verbindung mit den Reaktionen meines Magens und meines Gleichgewichtsinns haben mich letztendlich davon überzeugt, die Kabine nicht mehr zu verlassen.

Unser Fazit

Also mit uns verliert die Kreuzfahrtbranche 2 potentielle Kunden, bevor sie überhaupt richtige Kunden geworden sind. Das hat aber auch mit persönliche Ursachen . Wer sich 4 m hohe Wellen , viele Menschen auf (relativ) kleinem Raum und hohe Kosten antun möchte, dem wünschen wir allzeit gute Reise!

Theatrium der AIDAperla

Theatrium der AIDAperla

 

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